Trivial Inhalt 1

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>>Trivial<< ist die "Zeitschrift" des Plateau. Die Grenze zwischen Leser und Autor wird genauso aufgehoben, wie die, zwischen virtuellem und physischem Raum. Vor mehr als hundert Jahren verzauberte ein Schriftsteller namens O. Henry mit seinen in Tageszeitungen abgedruckten Kurzgeschichten ein Millionen-Publikum. Die Menschen, die seinen Weg kreuzten, in Cafés und Bars, auf dem Heimweg und bei Spaziergängen, begegnen uns in seinen Geschichten. Nun ist es an der Zeit, selbst zu bezaubern, neue Geschichten von Sehnsucht, Hoffnung und Tragik zu lesen, und die Autoren dahinter kennen zu lernen. - Nicht nur in ihren Stories oder in Foren-Diskussionen, sondern physisch, in diesem Leben.

>>Trivial<< ist als App geplant.


Hinter Fassaden

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Es ist schon spät und Du begibst Dich auf eine Anhöhe, um Dich vom Sog der Nacht mitreißen zu lassen. Du blickst auf die Stadt, erkennst die Konturen der Häuser, doch sie sind nicht von Belang. Es sind die hell erleuchteten Fenster, der ferne Lärm, der mit der Stille spielt und die von Dunkelheit getarnten Straßenschluchten, die Dich faszinieren. Sie schüren Deine Sehnsüchte, beflügeln die Phantasie und erwecken Deine Hoffnungen zu neuem Leben. Irgendwo da Draußen, in den Straßen, lauern Gefahren und Chancen, warten Abenteuer und verborgene Geheimnisse. Und irgendwo, hinter dem ein oder anderen, von Gardinen verhangenen, Fenster, leben Menschen, deren Schicksale Dich zu Tränen rühren, deren Schönheit Dir den Atem nehmen oder deren Worte Dich aufhorchen lassen könnten. - Hättest Du nur Gelegenheit, sie zu erreichen. mehr


Das Rezept

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Sie wußte es nicht mehr. Gerade eben war es noch da...doch dann entglitt es ihr , wie ein Traum kurz nach dem Aufwachen. Es löste sich auf und dann war es so, als wäre es nicht da gewesen. Plötzlich schaute sie aus dem großen Fenster auf den Balkon. Sie stand eine Weile so da und ließ ihre Blicke über die Kräuterkästen und die Pflanzenkübel am Boden schweifen. Da fiel es ihr wieder ein! Es gibt ein einfaches Rezept gegen Gedächtnisverlust. Jeder Apotheker kann es mühelos anrühren und rezeptfrei verkaufen, weil es eigentlich ein Mittel zur äußerlichen Anwendung bei Hautproblemen ist. Die wenigsten Menschen wissen, dass man es auch in Wasser lösen und einnehmen kann und damit sein Gedächtnis wiedererlangt. Der Apotheker weiß es schon, doch er verkauft es nicht gerne zu diesem Zweck, weil es noch eine ganze große Palette anderer viel kostspieliger Medikamente gibt, deren Wirksamkeit nur kurzfristig anhält und den Patienten an eine dauerhafte Einnahme bindet. mehr


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In der Kopfzeile prangt ein Symbol, es zieht sich wie ein roter Faden durch den gewählten Bereich, hilft dem Leser zur Orientierung und erinnert den Autor wo er sich befindet. Welche Erwartungen gesteckt sind, an Qualität und Inhalt und so fängt es an mit einem weißen Blatt. Leicht und ohne bleierne Schwärze liegt es ruhend ausgebreitet, wartet auf Einsatz und schweigt. Leichtes Pusten haucht dem Blatt für begrenzte Zeit Leben ein. Weiße Blätter steckten voller Kreativität, sprach einst der Mund einer Künstlerin. Der Stift liegt brach. Die Uhr tickt. Gedanken huschen ohne Halt. Ein Kringel befleckt am oberen rechten Rand, bricht das weiße Schweigen wortlos, bricht das Eis, verwischt die Leere, führt zum Beginn. Der kleine Kreis steht für die nullte Seite, dem Nichts und der mystischen Mehrung gleichermaßen. Jedoch wie von Geisterhand abgeschattet, verblasst das öde Omen, verliert sich im Nirgendwo, war angedacht, zu früh erschienen. Das Papier erwacht in unberührter Blöße, grinst unverhohlen des Betrachters Phantasien zu. Ein gelber Fleck erscheint, nimmt an Kontrast zu, bis zur tiefsten Schwärze. mehr


Grenzgänge

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Der Sturm war lauter geworden. Ich hielt mir mit meinen kalten, zitternden Fingern die Haare aus dem Gesicht, welche in unerlässlichem Drang nach dem Chaos im Himmel fledderten. Langsam und stockend, aber zielstrebsam gingen meine Schritte über die verlassenen Straßen; vom Stadtrand bis in die Felder hinein. Ich hörte beinahe nichts als das Rauschen des Windes, hörte sein Flüstern und Rufen und ich konnte einfach nicht anders, als ihm zu folgen. Ich muss wahnsinnig gewesen sein. Keine Menschenseele weit und breit, später nicht einmal mehr Kies auf den Wegen. Ich hatte schon nach kurzer Zeit die Orientierung verloren und auch keinen Proviant oder irgend etwas zum Übernachten dabei, aber es schien mir garnicht aufgefallen zu sein. Mein Geist war endlich so ruhig in diesem Getos. mehr


Gehetzt...

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... wie ein räudiger Hund durch die Straßen getrieben. Straßen einer alten, bekannten Stadt. Die Wunden der Schläge im Hinterkopf. Die Qual als Motor des Drangs diesen nie wieder ausgesetzt zu sein. Getrieben durch Rastlosigkeit und Eile. Jetzt nur nicht zurückschauen. Nicht auf die Schatten achten, die jedem Schritt folgen. Wenig Spuren hinterlassen in dem diffusen Gewirr der Vergangenheit. Immer weiter in eine Richtung, stürmend, beständig, notfalls humpelnd. Die Zeit wird immer knapper... Durch sie die Möglichkeiten, die einst unendlich schienen und nun in veränderter Form als Karikatur ihrer selbst am Ziel warten. Die Fährte der Wahrheit verschwimmt mit jedem gequälten Atemzug. Urteile und Veränderung sind nur noch Schemen in der verschlungenen Kulisse der Gegenwart. Sie verlieren an Relevanz; alles verliert an Bedeutung auf der Suche nach der Zeit. Der Suche die kein Ende kennt, nur einen Ausweg. Weitermachen. Nicht aufgeben. Nicht innehalten. Weiterhetzen um dem zu entgehen, was nie erdacht wurde. Dem Schrecken der Verpassens von Wesentlichem. mehr


Balg

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Ich traf ihn, als ich einmal durch den Garten spazieren ging. Er stand da, geistesabwesend, voll in seine Gedanken versunken, still und einsam. Ich grüßte ihn und fragte nach seinen Namen. „Balg“, sagte er. Er hatte eine tiefe angenehme Stimme, die klang als würde sie aus einem hohlen Raum kommen. Er wollte auch meinen Namen wissen ...ich wusste aber nicht, was ich ihm antworten soll. Er sah nicht besonders schön aus: unter dem Hut sahen mich runde Knopfaugen an, dazwischen hing eine Kartoffelnase, der Mund bildete, meist entspannt, ein O. Nach längerer Betrachtung verstand ich, warum sich der Balg kaum bewegte: er war an dem T-förmigen Balken mit einem Eisendraht festgebunden. Er könnte ein Künstler sein, dachte ich. Er trug einen horizontal gestreiften gelbblauen Pullover, der Wind umwehte seinen grünen Schal. Die Beine waren jedoch in einen Schlafsack gesteckt. „Ich habe Rheuma“, beantwortete Balg meinen fragenden Blick. mehr
  • Autor: Don Rinatos
  • Bild: Don Rinatos


Entfaltung

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Ich sterbe hier so langsam vor mich hin, was eigentlich nicht wahr ist.

Eigentlich bin ich schon tot. So tot, wie ein Stück Nickel gepresst in rundforme Zahlen. Tot wie der Vertrocknete Strauch neben mir. So tot wie das Ladekabel auf dem Schreibtisch. Mit seinem dünnen Schlangenhals und der giftigen Spitze wartet es nur darauf sich durch meine tote Haut zu äsen. Zuerst würde es sich unauffällig an mich heranschleichen. Unbemerkt im Schatten der nutzlosen Utensielien, die sich überall auf dem Schreibtisch versammeln. Doch dann zielstrebig und konzentriert meinen Arm hinauf ... vorbei an diesen nutzlosen Probepäckchen Antifaltencreme aus irgendwelchen Magazinen, die mir schlagartig irgendwie garnicht mehr so nutzlos vorkamen. Hätte ich einen Spiegel zur Hand, ich würde mir sofort die ganze Packung ins Gesicht schmieren. Was soll denn das eigentlich heißen, Antifalten? Haben die was dagegen? Die hat sich ja nunmal keiner selbst ausgesucht. Irgendwann sind sie einfach da. Irgendwann trägt man sie. Der eine mit 73, andere mit 23. Also was solls. Man sollte sie mit Würde tragen. mehr

  • Autor: Levitas
  • Bild: Levitas


KraKra

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Anfangs nur allmählich der Gesang in mein Bewußtsein sich drängend, drückt er sich nun in mich, wie ein Schwert dessen Klinge wie in Zeitlupe in mich fährt. Worte tropfen durch mich hindurch. Zungen nagen an den Knochen. Ich bin erschlagen von den Hüllen, aus denen Stimmen zu mir drängen, in denen Unsagbare Dinge sich beengen. Lippen, aus denen Feuerbälle quellen. Münder, die wie wütende Hunde bellen, wirre Gedanken, die in der Luft zerschellen, farblose Partikel, die in meine Lunge schnellen. Mache sie bekannt mit dem Zähneknirschen. Schmecken fad und schmecken bitter. Halte dem Gedröhne stand, dem eiligen Phrasengewitter. Ach, wie hässlich können Töne sein, bleibt übrig nur der seelenlose Schrein. Das unbewusste Zagen. Unermüdliches Ertragen. Übrigbleibsel des Menschen Willen, aufgepickt von Rabenschnabeln. mehr
  • Autor: Levitas
  • Bild: Levitas


Prolog

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In Gedanken betrete ich ein verfallenes Mietshaus. Die ungenutzten Außenklos im Treppenhaus und der Geruch von verheizter Kohle wirken vermutlich nur auf mich charmant. - Nachträglich wurden Toiletten in die Wohnungen eingebaut, die Küchen verkleinert und mit Duschkabinen ausgestattet, die Kachelöfen in den Wohnräumen sind vorerst geblieben. Ich öffne die Wohnungstür – nicht abgeschlossen, trete ein und ziehe sie wieder hinter mir zu, gehe einige Schritte und finde mich rechts von der Küche wieder. Wasserdampf und Sonnenlicht bilden einen Schleier, der die Einrichtung in den Hintergrund treten lässt. Intensiver Rosenduft liegt in der feucht-warmen Luft, im Zentrum eine nackte, sich eincremende, Ur-Mädchenfrau. Ich kann kaum atmen oder reden. Ich sehe ihre blasse Haut, die schmalen Hände, die sie über ihren Körper bewegt und bin überwältigt von ihrer Schönheit . Die Herbstsonne zaubert einen rötlichen Schimmer in ihr brünettes Haar. Ich gehe auf sie zu, sehe in ihre lebendigen Augen und küsse sie. – Verharre im Moment und wünsche mir, dass er niemals endet. mehr


Gedichte (dian)

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